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      1. Die ?sthetische Ordnung von Gegens?tzlichem

        Die ?sthetische Ordnung von Gegens?tzlichem

        Vor 20 Jahren wird die Stele zum Gedenken an Peter Fechter enthüllt. Der Bildhauer Karl Biedermann erinnert sich.

        Am 17. August 1962 startet der 18-j?hrige Ost-Berliner Bauarbeiter Peter Fechter mit einem Freund einen Fluchtversuch, der t?dlich für ihn endet. Angeschossen wird er fast eine Stunde lang im Todesstreifen liegengelassen. Jahrzehnte erinnert in West-Berlin, wenige Meter von dieser Stelle entfernt, ein Holzkreuz an sein Schicksal. Axel Springer, der das Areal kauft, will das Wissen um diese unmenschliche Tat wachhalten und erm?glicht den Zugang zum stillen wie ?ffentlichen Gedenken. Nach seinem Tod 1985 setzt Friede Springer die Tradition fort.

        Fechter AS Kranz 1966
        Vor der Er?ffnung des Verlagshochhauses am 6. Oktober 1966 legt Axel Springer einen Kranz am Fechter-Denkmal nieder
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        Jedes Jahr am 13. August wird an der Stele für Peter Fechter gedacht

        Zum Jahrestag des Mauerbaus 1999 wird ein neues Fechter-Denkmal vollendet, eine 2,60 Meter hohe rostrote S?ule aus Stahl, die durch den eingravierten Satz besticht: ?… er wollte nur die Freiheit“. Eine runde Steinplatte im Stra?enbelag markiert den Todesort. Die Kosten werden von der Axel Springer SE getragen. Am Ort treffen sich j?hrlich am 13. August der Regierende Bürgermeister, Vertreter der Parteien im Abgeordnetenhaus und der Alliierten sowie Friede Springer und Mitarbeiter des Verlagshauses zu einer Gedenkfeier. Entworfen hat das Mahnmal vor 20 Jahren der Bildhauer Karl Biedermann. Das Unternehmensarchiv sprach mit dem Künstler.

        7-u-Bildhauer-Biedermann-und Mahnmal-(c)-Lengemann

        Unternehmensarchiv: Herr Biedermann, Peter Fechter wagte sich in den Todesstreifen und kam darin um. Was kann dieses Schicksal heutigen Generationen sagen?

        Karl Biedermann: An diesem 17. August 1962 wurde in der Berliner Zimmerstra?e der Alltag des Kalten Krieges blutiger Ernst. Wer deutete damals dieses Menetekel? Was geschah mit denen, die es nicht taten??Jede Generation muss verantwortlich entscheiden. Am Beispiel von Peter Fechter ist dazu viel zu lernen. Für jeden von uns.

        Unternehmensarchiv: War Ihnen Fechter ein Begriff, als Sie vom Wettbewerb erfuhren?

        Karl Biedermann: Als Berliner kannte ich seinen Namen und wusste von seinem Schicksal.

        Unternehmensarchiv: Ihre Stele steht jetzt 20 Jahre am Ort des Mordes. Welche Idee spielte bei der Gestaltung eine Rolle?

        Karl Biedermann: Vorrangig das Gestaltungsprinzip der Kunst: die ?sthetische Ordnung von Gegens?tzlichem. Hier konkret: Punkt zu Linie; also Erinnerungsort (Ruhe – passiv) zu Verkehrsstra?e (Bewegung – aktiv).

        Unternehmensarchiv: Der Gedenkort mit den Gestaltungselementen S?ule und Platte wurde von Ihnen so gestaltet, dass er ebenso an anderen Stellen denkbar ist, um auch an die anderen Mauertoten zu erinnern. Eine sch?ne Idee, aus der leider nichts geworden ist. Was sagt dies über unseren Umgang mit Opfern aus?

        Karl Biedermann: Mein Wettbewerbsbeitrag war tats?chlich mit einem Angebot zur Erweiterung auf andere relevante Orte verbunden. Dem Gedenkort FüR?PETER FECHTER?folgte 2003, im Auftrag des Senats, ein stilistisch verwandter Gedenkort FüR CHRIS GUEFFROY in Berlin-Baumschulenweg, diesen letzten Flüchtling, der an der Berliner Mauer erschossen wurde. ?Unser“ Umgang mit den Opfern ist uneinheitlich. Viele Einwohner Berlins halten ihre pers?nlichen Erfahrungen wach, Beh?rden reagieren eher nicht. Ein Beispiel: Der im Fahrbereich der Stra?e liegende Punkt, wo Peter Fechter verblutete, war als Parkbereich vorgesehen. Ich empfahl, durch Schilder die Autofahrer auf die Besonderheit dieses Parkplatzes hinzuweisen mit der Bitte, im Gedenken an das Opfer diesen Platz freizulassen. Das Ansinnen wurde von den zust?ndigen Beh?rden nicht umgesetzt. Die Parkpl?tze wurden als solche markiert. Die Poller, die heute den Platz von Autos freihalten, wurden sp?ter errichtet.

        Unternehmensarchiv: Viele Künstler haben nach Fertigstellung mit ihrem Kunstwerk abgeschlossen. Wie ist das bei Ihnen? Spielt dieser Auftrag von vor 20 Jahren noch eine Rolle?

        Karl Biedermann: Seit 2013 bin ich im Ruhestand. Nun schaue ich, wie sich mein Umfeld und Berlin ver?ndern. Zuschauer bin ich geworden. Auch auf der Zimmerstra?e.

        Das Interview wurde geführt von Lars-Broder Keil.

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        Archivbestand: Modell der Fechter-Stele, Unterlagen des künstlerischen Wettbewerbs, Fotos

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