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      1. Mehr als nur Tore schie?en

        Mehr als nur Tore schie?en

        Axel Springer und Fu?ball sind nicht voneinander zu trennen. Und das Verh?ltnis hat auch eine sportpolitische Note.

        Geht es um das Thema Fu?ball, sind Klischees nicht weit. Von der sch?nsten Nebensache der Welt ist h?ufig die Rede. Das wird wieder zu h?ren sein, wenn am 16. August die neue Bundesliga-Saison mit dem Spiel Bayern München gegen Hertha BSC beginnt. Auch Mitarbeiter im Hause Axel Springer widmeten sich – und tun es noch – der ?sch?nsten Nebensache“: ob als Fan im Stadion oder als Aktive, etwa in der Betriebssportgemeinschaft (BSG) des Verlages.

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        1966 besuchen Hertha-Spieler den Axel Springer Verlag, hier BILD-Sportredakteur Karl Walther und Hertha-Torhüter Wolfgang Fahrian

        Eine intensive Sportberichterstattung ist aus dem Haus ebenfalls nicht wegzudenken: mit allem, was dazugeh?rt. Im Unternehmensarchiv steht ein gewichtiger Pokal. In der Saison 1966/67 lobte die ?B.Z.“ erstmals den goldenen ?Torja?ger-To?ppen“ aus, einen Wanderpreis, der damals meistens bei Bayern-Stürmer Gerd Mu?ller landete. 1972 wurde die Auszeichnung zum letzten Mal vergeben, wieder fu?r den ?Bomber der Nation“ und seine bis heute unu?bertroffenen 40 Saisontore.

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        Der goldene ?Torja?ger-To?ppen“ der ?B.Z.“, vergeben von 1967 bis 1972

        Sport war auch für Verlagsgründer Axel Springer in vielerlei Hinsicht wichtig. Er legte zum einen Wert auf ein sportliches ?u?eres. Und tat etwas dafür. So sieht man ihn auf Fotos als Reiter, als Skifahrer, als Golfer, als Tennisspieler und beim Fu?ball. Ausdauer war seine Sache jedoch nicht. Friede Springer sagt, nach einer halben Stunde begann er meist, die Begeisterung zu verlieren. Der Sport besch?ftigte ihn auch in seinem ?journalistischen Denken.“ Bei den ?Altonaer Nachrichten“ seines Vaters war er für sportliche Ereignisse zust?ndig, sp?ter, nach dem Krieg, als Verleger in Hamburg und Berlin, konnte er unwirsch werden, wenn Redaktionen Ergebnisse zu sp?t druckten oder er das Gefühl hatte, dass die Sportberichterstattung ?lahmte“. Axel Springer wusste um das Interesse und die Stellung des Sports in der Bev?lkerung. Vor allem des Fu?balls. Er ging auch selbst gern ins Stadion: in Hamburg zum HSV, in Berlin zu Hertha BSC.

        Und dann ist da noch die Tatsache, dass Axel Springer vieles mit seinen politischen Ansichten verknüpfte. Er wollte unbedingt, dass ein Berliner Fu?ballverein erstklassig ist, damit die Bindung der geteilten Stadt an die Bundesrepublik sichtbar blieb. Die besondere Rolle West-Berlin – auch beim Sport – betonte er in Reden, Artikeln, Briefen, Telegrammen. WELT-Redakteur Holger Kreitling hat dies detailreich und mit einem Augenzwinkern in dem Buch ?Berlin ist das Herz Europas, ich kenn kein anderes. Axel Springer und seine Stadt“ beschrieben.

        Als Hertha 1968 in die Bundesliga aufstieg, am Ende mit Siegen gegen Bayern Hof und den SV Alsenborn, schickte Axel Springer ein Telegramm an Trainerlegende Helmut ?Fiffi“ Kronsbein: ?Es ist in der Tat ein sportpolitisches Ereignis, das hier stattfindet: In den Tagen neuer Bedrohung unserer Stadt geht Optimismus und Zuversicht vom Sport aus. Sie dürfen unseres freundschaftlichen Beistands sicher sein.“ Und er sicherte zu, dass der Verlag und seiner Zeitungen ?zur St?rkung der sportlichen Leistungsf?higkeit Ihres Vereins“ beitragen werden. Was eine kritische Berichterstattung über die abgelieferten Spiele nicht ausschloss.

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        Verleger Axel Springer im Dezember 1969 als Weihnachtsmann beim Hertha-Feier

        Beim letzten Heimspiel in der Aufstiegsrunde wurde im Olympiastadion ein weiteres Telegramm Springers verlesen: ?Berlin darf in der Bundesliga nicht abseitsstehen. Leiste deshalb unserer Hertha beim Kauf von neuen Spielern finanzielle Hilfe.“ Der Verleger griff tief in die eigene Tasche. Er stellte 300.000 DM bereit und erhielt dafür zwei Dauerkarten nebst Durchfahrtsschein. Als diese Spende bekannt wurde, konnte er sich vor Anfragen aus ganz Deutschland von Vereinen aus allen Sportarten kaum retten, wie der Briefwechsel im Unternehmensarchiv zeigt. Viele waren freundlich formuliert. Nur ein Fan von Hertha-Konkurrent Tennis Borussia Berlin kritisierte die Scheck-übergabe. Die Spende spreche zwar für Springers sportliche Einstellung, doch Hertha habe in den vier Heimspielen der Aufstiegsrunde 1,3 Millionen DM eingenommen, Tennis Borussia als zweiter Vertreter dieser Runde weit weniger. ?W?re es unter diesen Umst?nden nicht richtiger gewesen, wenn Ihre hochherzige Spende beiden Berliner Aufstiegsteilnehmern zugutegekommen w?re?“, fragte der Fan.

        Oft wies Axel Springer die Bitten um Zuschüsse ab. Aber er spendete 1969 einen Renn-Achter für den Berliner Ruder-Club und rettete den Berliner Schlittschuh-Klub mit 450.000 DM vor dem Ruin. Sein Hauptaugenmerk blieb der Fu?ball. Er half den Amateuren des Neuk?llner Fu?ballklubs Stern 89 beim Kauf der Ausrüstung ebenso, wie er den Amateuren von TuS Wannsee eine zweiw?chige Israel-Reise erm?glichte.

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        Fu?ball-Nationalspieler Berti Vogts 1973 bei der Funkausstellung in Berlin am Stand der Ullstein AV

        über allen stand jedoch Hertha BSC, ungeachtet dessen, dass der Verein von Skandalen und Schulden geplagt war. Axel Springer lud die Spieler in den Verlag ein, er tauchte bei der Weihnachtsfeier des Vereins mit Geschenken auf. Er stiftete einen Wanderpokal für Jugendmannschaften und unterstützte Fanclubs. Mitte der 1970er-Jahre wurde ein Dreijahresvertrag in H?he von 350.000 DM vereinbart, der Exklusivrechte für die hauseigenen Zeitungen beinhaltete. Axel Springer sa? im Wirtschaftsrat von Hertha, Pr?sident des Vereins in jener Zeit war sein Gesch?ftsführer der zum Verlag geh?renden Produktions- und Vertriebsfirma Ullstein AV. Dass mitunter h?misch vom ?SC Springer“ die Rede war, wenn es um Hertha ging, war, ganz ehrlich, kein Wunder.

        Summen ganz anderer Gr??en werden heute bezahlt. 2014 stieg bei Hertha BSC der Finanzinvestor KKR ein, der gerade eine Beteiligung an der Axel Springer SE anstrebt. KKR sicherte Hertha zur Schuldentilgung und zum Rückerwerb von Rechten ein langfristiges Investment von fast 62 Millionen Euro zu und erwarb dafür eine Minderheitsbeteiligung von 9,7 Prozent. Ende 2018 konnte der Verein nach einem Rekordumsatz und mit Hilfe von Krediten die KKR-Anteile zurückkaufen. ?Hertha BSC geh?rt sich wieder selbst“, war in Zeitungen zu lesen.

        HA Seifenkistenrennen 1950
        Rund 3000 Jugendliche nahmen 1950 am ersten Seifenkisten-Rennen des ?Hamburger Abendblatts“ teil

        Im Verein wusste man auch Axel Springers Einsatz zu würdigen. Trainer Helmut Kronsbein drückte das in einem Dank aus: ?Sie, verehrter Herr Springer, dessen bin ich gewiss, werden unser Freund auch sein, wenn wir nicht immer als Sieger vom Platz gehen.“ Und er lobte seinen Einsatz für Berlin insgesamt: ?Nur wer stets den Pulsschlag dieser Stadt spürt, bringt Verst?ndnis für ihre Sorgen und Belange auf.“ Ein Fu?ball mit Unterschriften der Hertha-Spieler geh?rt zum Bestand des Archivs. Wie auch ein Pokal von der ersten Form eines Sport-Sponsorings durch den Axel Springer Verlag überhaupt. Im Juni 1950 organisierte das ?Hamburger Abendblatt“ nach amerikanischem Vorbild ein Seifenkisten-Derby mit rund 3000 Jugendlichen.

        Ein sportpolitisches Ereignis ganz nach dem Geschmack Axel Springers fand übrigens im Februar 1990 kurz nach dem Mauerfall statt, den der Verleger nicht mehr erlebte. Damals traten die Kicker der BSG des Axel Springer Verlags und der BSG des ?Neuen Deutschlands“ aus Ost-Berlin gegeneinander an. Lange erbitterte publizistische Gegner, stand nun der Sport im Vordergrund. Springer siegte gegen das ?ND“ mit 2:1. Was für eine Schlagzeile! Dass in die Saison 2019/20 mit Hertha BSC und Union Berlin gleich zwei Hauptstadtvereine in die Bundesliga starten – einer aus dem Westen, der andere aus dem Osten der Stadt – h?tte Axel Springer auch gefallen.

        Archivbestand: Akten zum Engagement für Hertha und andere Sportvereine, Fotos, Fu?ball, Pokale

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